Übersetzungen der Bibel





Die Septuaginta

Die Septuaginta ist eine Übersetzung des Alten Testaments vom Hebräischen ins Griechische. Der Überlieferung zufolge wurden um 250 vor Christus im ägyptischen Alexandria 70 Übersetzer damit beauftragt, die 5 Bücher Mose zu übersetzen. Von diesen 70 (griech.: siebzig = septuaginta) Übersetzern hat die Septuaginta ihren Namen.

Die restlichen Bücher des Alten Testaments wurden ca. bis zum Jahr 130 v. Chr. übersetzt. Da Griechisch damals eine Weltsprache war (das "Englisch der Antike"), wurde das Alte Testament und die jüdische Religion mit ihrem Glauben an den einen Gott (Monotheismus) vielen anderen Kulturen zugänglich.

Eine wichtige Rolle spielte die Septuaginta auch bei den ersten Christen, da gerade die nichtjüdischen Christen aus Kleinasien und Europa oft kein Hebräisch konnten. Auch die Schriften des Neuen Testaments wurden in der Regel gleich auf Griechisch geschrieben. Der Überlieferung zufolge war das Matthäus-Evangelium ursprünglich auf Hebräisch geschrieben und erst später ins Griechische übersetzt worden. Von dieser möglichen hebräischen "Urfassung" gibt es bisher jedoch keine archäologischen Belege.


Die lateinischen Übersetzungen

Kirchenvater Hieronymus beim ÜbersetzenAls sich das Christentum im Römischen Reich immer mehr ausbreitete, brauchte man eine lateinische Übersetzung der Bibel. Die erste lateinische Übersetzung des Alten Testaments, die sogenannte "Vetus Latina" (Die "Altlateinische"), orientierte sich fast ausschließlich an der Septuaginta - und übernahm deren Zählung. Als der Kirchenvater Hieronymus um 400 nach Christus im Auftrag der Kirche diese Übersetzung grundlegend überarbeitete, orientierte er sich beim Alten Testament zwar viel stärker am hebräischen Text - behielt aber in den Psalmen die griechische Zählung bei.

Die Übersetzung des Hieronymus wurde unter dem Namen "Vulgata" (Die "Allgemeine") bekannt und spielt bis heute in der römisch-katholischen Kirche eine wichtige Rolle.


Die Übersetzungen aus der Reformationszeit

Deckblatt einer Lutherbibel aus dem Jahr 1541Luthers Bibelübersetzung hat die deutsche Sprache wie kein anderes Buch geprägt und geformt. Innerhalb von 80 Tagen hatte Luther auf der Wartburg das Neue Testament komplett übersetzt. Im September 1522 erschien die gedruckte Ausgabe. Es dauerte dann aber weitere zwölf Jahre, bis alle Schriften des Alten Testaments übersetzt waren und eine komplette "Luther-Bibel" gedruckt werden konnte.
Parallel arbeiteten die Reformatoren in der Schweiz ebenfalls an einer Bibelausgabe. Die komplette "Zürcher-Bibel" erschien bereits im Jahr 1529, also fünf Jahre vor der Luther-Bibel.

Sowohl die Luther-Bibel als auch die Zürcher-Bibel wurden im Lauf der Zeit den Veränderungen der Sprache angepasst. Die Zürcher-Bibel wurde in den Jahren 1907 bis 1931 neu übersetzt; die letzte Revision der Luther-Bibel wurde 1984 abgeschlossen.


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